Düsseldorfer Hefte
März 2008
Große Chancen für junge Talente
Die Klavierdozentin der Robert-Schumann-Hochschule, Sandra Brune, hat jetzt die Leitung der Rosenhofkonzerte übernommen. Darüber sprach sie mit Lis Schenk.
Das ist doch Beethoven. Schon im Flur der Düsseldorfer Musikhochschule tönen durch eine der Türen typische Klavierklänge. Im Zimmer mit dem großen Fenster spielt Klavierstudentin Nanna Schmidt am Flügel- Der sensible Anschlag, die Brillant gespielten schnellen Passagen, der Wechsel zwischen feinem Piano und kraftvollem Forte beweisen ihren bemerkenswerten künstlerischen Standard. Dozentin Sandra Brune, die neben dem Flügel steht, braucht nur hier und da einzugreifen. Zeigt sich generell sehr einverstanden mit ihrer Studentin., die bald ihr Diplom (Fach Klavier) macht. Jetzt ist Musikpause. Das vereinbarte Interview mit Sandra Brune kann beginne. Es geht um Frau Brunes neue Aufgabe, die Rosenhofkonzerte in Hochdahl und Erkrath zu leiten. Sie übernimmt damit einen Ehrenposten und behält die Dozentur an der Düsseldorfer Musikhochschule, der Trägerin dieser beliebten Konzerteinrichtung in den beiden Senioren-Residenzen, bei. Das galt genauso für Initiatorin dieser seit 30 Jahren bestehenden Musikreihe, Prof. Ria Goetze, und deren Nachfolger Prof. Thomas Leander sowie Dozentin Tatjana Gerasimova, die kürzlich nach Texas (USA) wechselte und sich vorher im Duo mit Sandra Brune auf zwei Klavieren in den Rosenhöfen verabschiedet hatte. Mit einer Komposition von Rachmaninoff, der zu Brunes bevorzugten Komponisten zählt.
Sie freue sich sehr auf die neue Aufgabe, die Konzerte zu leiten, versichert Sandra beim Interview mit den Düsseldorfer Heftern mit leicht akzentuiertem Deutsch. Sie stammt aus Belgrad in Ex-Jugoslawien, wo sie in der Musikhochschule ihr Klavierstudium absolviert hat. 1988 kam sie nach Deutschland und setzte an Münchens Musikhochschule (Meisterklasse Prof. Gitti Pirner) das Studium fort, erwarb zwei Diplome und trat oft bei Konzerten auf. So auch im Herkulessaal und im Carl-Orff-Saal in München. Sie übernahm auch bald dort eine Hochschul-Dozentur. Nach Düsseldorf kam sie 1996 eigentlich „nur“ als Pianistin zum Privatkonzert am 70. Geburtstag ihre späteren Schwiegervaters, des Kö-Galerie-Erbauers Walter Brune. Dessen Sohn Sebastian sah die blonde Frau vom Balkan, verliebte sich und heiratete sie. Alles ging sehr schnell; auch die Anstellung als Dozentin an der hiesigen Robert-Schumann-Hochschule folgte auf dem Fuße.
Neue CD mit Mozart und Chopin
Sie unterrichtet dort künftige Konzertpianisten, unter denen viele Koreaner sind. Mehrere Eleven haben sich schon als Preisträger bei Wettbewerben hervorgetan. Eine besondere Vorzeige-Studentin ist die Düsseldorferin Nanna Schmidt (Studium Ton und Bild mit Hauptfach Klavier), die sich auf ihr Diplom im April vorbereitet und „nebenbei“ erfolgreich bei der Südwestfunk-Sendung „Volle Kanne“ mitarbeitet. Der SWF sendete Ende Januar als Premiere ihren Dokumentarfilm über den „Emmerich Smola-Förderpreis“, der sehr gut ankam. Sandra Brune, die selbst soeben eine neue CD mit Mozart und Chopin aufgenommen hat, ist ihrerseits reichlich ausgelastet. Auch familiär, denn Ehemann und 9jährige Tochter erwarten selbstverständlich auch Zuwendung. Sind aber auch stolz auf die erfolgreiche Musikerin, die jetzt mit der neuen Konzertleitung besonders auch organisatorisch herausgefordert ist. Jeden Monat präsentiert sie nun in den beiden Residenzen je ein Konzert. Als willkommenes Kulturangebot für die zusammen 600 Bewohner; auch Musikfreunde von draußen sind eingeladen. Nicht zu unterschätzen ist die Chance für junge Musiker, sich so an Auftritte vor Publikum zu gewöhnen. Geprobt wird in der Hochschule, die Dozentin aus Belgrad will, erklärt sie, ein möglichst vielfältiges, aber immer hochwertiges Programm bieten. Sie selbst sorgte mit ihrem Klavier-Soloprogramm (Mozart und Chopin) in jeweils vollbesetzten Sälen für eine begeistert aufgenommene Premiere der Konzertreihe. Es folgt am 18. und 19. März ein Flöten-Gitarren-Konzert mit spanischen und südamerikanischen Akzenten; es spielen Flötist Guillermo Thomson und Gitarrist Eduardo Inestal, die sich als „Duo Personare“ präsentieren. Diese „musikalischen Farben“ kommentiert Sandra, „liegen mir sehr.“ Wie es weitergeht, wird sie bald verraten.
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