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Björn Engholm und die Literatur

"Mehr Kultur für die Politik"

Großhansdorf (reh). LiteraTour nennt der Rosenhof in Großhansdorf seine neue Veranstaltungsreihe, in deren Rahmen der Hamburger Feuilletonist Frank Keil neue und interessante Bücher vorstellt. Zur Auftaktveranstaltung saß Björn Engholm als Gast und Gesprächspartner mit ihm auf dem Podium.

Der ehemalige Ministerpräsident und SPD-Vorsitzende bekannte sich schnell zu seinem Hang zu den "schönen Künsten". Die Menschen in der Kulturszene hätten eine aufgeschlossene, andere Sicht der Dinge. Musik und Literatur würden das Blickfeld erweitern und jedem die Chance bieten, für sich neue Perspektiven zu eröffnen. Das klang nicht nur gut und eloquent, Engholm unterstrich seine Ansicht und Kennerschaft auch mit Zitaten aus Gedichten und Romanen. Er bedauerte die Kluft zwischen Politik und Kultur in Deutschland. Hierzulande würde eindeutig die in Geld messbare Leistung zu hoch bewertet - kulturelles Schaffen träte da eher in den Hintergrund. Wenn nur der Erfolg um jeden Preis zähle - wie es bei den Eliten in Politik und Wirtschaft derzeit der Fall sei - gehe der Kontakt zur Basis verloren und die Gesellschaft geriete in Gefahr, sich auf zulösen.

 

Klare Aussagen eines ehemaligen Politikers, die in das Konzept von Frank Keil passen: "Björn Engholm als Gast und Gesprächspartner ist für meine aktuelle Bücherauswahl ideal. Er zeigt, dass sich Politik und Kultur nicht widersprechen müssen." Dabei war das Thema Politik in den vorgestellten Büchern eher Nebensache. Fünf Bücher wollte Frank Keil vorstellen; das Spektrum reichte vom "Das Löwenmädchen" von Erik Fosnes Hanses bis zum wirklich lesenswerten "In 180 Tagen um die Welt - Das Logbuch des Herrn Johann Gottlieb Fichtl" vom Hamburger Schriftsteller Matthias Politycki. Schließlich waren es dann zwei Bücher, die im Großhansdorfer Rosenhof näher beleuchtet wurden: das schon erwähnte "Löwenmädchen" und der vieldiskutierte Roman von Michael Kumpfmüller "Nachricht an alle". Es geht mehr um das Gefühl und die Hintergründe für Literatur als um das einzelne Buch. "Ich will Anregungen vermitteln" beschreibt Frank Keil seine Zielsetzung. Und dabei war ihm Björn Engholm ein willkommener Gast, der die Zuhörer mit Schilderungen aus seinem Werdegang und Einblicken in sein privates Leben unterhielt und der sich selbst als bekennender Lübecker - wobei er auf den Bürgersinn und die Stiftungstradition anspielte - und Genussmensch mit Hang zur Kultur beschrieb. Das Gespräch mit Engholm und die Buchvorstellungen waren ein Einstieg in die "LiteratTour" des Rosenhofes, die am 24. April fortgesetzt wird. Zu diesem Termin und dann wieder im Mai und Juni wird Frank Keil Neuerscheinungen vom Buchmarkt in Großhansdorf präsentieren.

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