Berliner Morgenpost
Mittwoch, 14. November 2007
Mit Komfort das Leben genießen
Die Seniorenwohnanlagen haben sich auf die individuellen Bedürfnisse der aktiven 55plus-Generation eingestellt
Von Yvonne Spanier
Der Schritt fiel ihr nicht leicht. Nach 50 Jahren im eigenen Haus zog Margarete G. um. In eine Zwei-Zimmer-Wohnung des "Rosenhofes". Die neue Seniorenwohnanlage öffnete erst Ende August ihre Tore in Zehlendorf und ist damit die jüngste ihrer Art in Berlin.
Nun sitzt die 82-Jährige in ihrem neuen Wohnzimmer und schaut auf einen gepflegten Park. "Ich fühle mich wie zu Besuch", sagt sie und zeigt auf das große Foto: "Hier sehen sie mein Haus von oben." Die große 10-Zimmer-Villa wurde vor drei Wochen an den Nachmieter übergeben. "Ich habe die leeren Räume gesehen, aber mittlerweile ist in meinen Gedanken wieder alles vollgestellt - wie früher eben", erklärt die rüstige Dame wehmütig und fügt übergangslos hinzu "hier gefällt mir besonders der zwölf Quadratmeter große Wintergarten. Da bleiben meine Pflanzen länger frisch."
Sie steht auf und zeigt "ihr neues Reich": Das Schlafzimmer mit dem Einbauschrank, die kleine Küche, das schöne helle Bad, die Diele mit der neuen praktischen Garderobe, die nicht viel Platz braucht, und eben das Wohnzimmer mit der gemütlichen Arbeitsecke. "Den antiken Sekretär liebe ich besonders und den Perserteppich." Das Prachtstück lag schon 50 Jahre in ihrem Haus . . . und schmückt jetzt auch ihr neues Heim. "Es ist gut, dass ich meine eigenen Möbel mitbringen konnte" sagt sie. Das mache alles doch gemütlicher und persönlicher.
Besonders schätzt Margarete G., dass sie nicht mehr kochen muss. Jeden Mittag um zwölf Uhr sitzt sie nun im komfortablen Speisesaal des Rosenhofes und lässt sich verwöhnen. "Das Essen ist wirklich gut." Die Feinschmeckerin genießt bei Tisch auch die Gesellschaft von zwei "reizenden" Damen. Das tut gut. Seit dem Tod ihres Mannes im Januar fehlte ihr der Gesprächsaustausch beim Essen. Zwar kamen ihre beiden erwachsenen Kinder mit den Enkeln häufig zu Besuch, aber das große Haus war oft zu leer . . . "Gehe ich hier in die Bibliothek oder in den Wellness-Bereich, dann bin ich nirgendwo allein", bemerkt Margarete G. Sie genießt die Kombination von Privatsphäre in den eigenen vier Wänden und die Weitläufigkeit der Wohnanlage mit hotelähnlichem Charakter. 58 000 Quadratmeter groß ist das Gelände des Rosenhofes. Auf dem Areal wurde inmitten einer herrlichen Parkanlage ein Naturteich angelegt. Das eindrucksvolle Gebäude wurde in Flügelform gebaut und erinnert an ein klassisches Grandhotel. Es erstreckt sich über vier Etagen zuzüglich eines Staffelgeschosses und bietet 40 verschiedene Grundrisse: vom Penthouse bis zur Terrassenwohnung. Die 1- bis 3-Zimmer-Apartments sind etwa 31 bis 113 Quadratmeter groß und kosten ca. 1280 bis 3850 Euro monatlich.
"In dieser Anlage wurden 389 Apartments angeboten, und wir haben bereits 80 Prozent vermietet" sagt Silvia Schneider-Gerstädt, die für die Beratung und die Vermietung des Rosenhofes zuständig ist. Der Erstbezug habe sehr viele Interessenten angelockt. Und natürlich die extrem gute Lage im Herzen von Zehlendorf und das gute Konzept des Rosenhofes, das sich bereits seit 35 Jahren bewährt hat. Insgesamt gibt es elf großzügige Seniorenwohnanlagen der Rosenhof-Gruppe in der gesamten Bundesrepublik, von Travemünde bis Bad Kissingen, von Erkrath bei Düsseldorf bis Ahrensburg bei Hamburg. Und zwei in der Hauptstadt: in Berlin-Mariendorf (seit 1999) und Zehlendorf (seit August 2007). Jörg M. Gocht, der Direktor des exklusiven Dependance in Zehlendorf, hat sich viel vorgenommen: "Wir wollen den Menschen das Gefühl geben, dass alles für immer geregelt ist." Will man das Leben in vollen Zügen genießen, bietet der Rosenhof vielfältige Freizeitangebote und diverse Veranstaltungen, Reisen und Ausflüge. Neu ist das Fitness-studio mit medizinischen Geräten und der Beratung von Physiotherapeuten. Für den Ernstfall stehen 70 vollstationäre Pflegeplätze zur Verfügung. Selbstverständlich ist auf Wunsch auch eine Betreuung im Apartment möglich. "Wir bieten ein großes Spektrum und versuchen, alle Trends zu berücksichtigen", so Gocht. Der 42-Jährige legt besonderen Wert darauf, dass sich sowohl der rüstige als auch der pflegebedürftige Bewohner im Rosenhof wohlfühlt.
Darauf vertraut auch Margarete G. Sie erwartet noch einiges vom Leben, weiß aber, dass mit zunehmendem Alter das Gebrechen kommt. Unweigerlich. Dann möchte Sie keinem zur Last fallen, sondern selbst vorgesorgt haben. Und spätestens dann hat sich der Schritt gelohnt.
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