Rheinische Post, Februar 2010

Von Gundel Seibel

Erkrath. "Ein außergewöhnliches Konzert" fand nach den Worten von Direktor Joachim Exner vom Rosenhof Hochdahl am Wochenende im großen Speisesaal der Seniorenwohnanlage statt. In der Tat war das Klavierkonzert der Pianistinnen Danae und Kiveli Dörken ein musikalischer Leckerbissen. Zu Ehren ihrer Großmutter, Siegrid Dörken, die seit Jahren Bewohnerin des Rosenhof Hochdahl ist, gaben die jungen Damen einen Beweis für Begabung zu ganz Großem. Ohne Gage spielten die Pianistinnen, beide noch Schülerinnen des Cecilien Gymnasiums in Düsseldorf.

Danae, die ältere der beiden Schwestern, wurde 1991 in Wuppertal geboren. Wie ihre Schwester hat sie bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel begonnen. Nach dem Frühstudium an der Musikschule in Hannover gehört sie seit 2007 zur Hochbegabtenabteilung des Salzburger Mozarteums. Auch Kiveli Dörken, Jahrgang 1995, genießt die Frühförderung musikalisch Hochbegabter mit Unterstützung von Prof. K.-H. Kämmerling, Hannover. Sie spielte bereits in Chicago, USA, und auf Einladung des chinesischen Kulturattachés in Guangzhou, China. Neben dem Hochdahler Publikum im Rosenhof gehörten Kanzlerin Angela Merkel, Condoleezza Rice, ehemalige U.S. Außenministerin und der Dalai Lama zu den Zuhörern ihrer erstaunlichen Kalvier-Virtuosität. Beide spielten schon in der Tonhalle und in der Kölner Philharmonie, um nur die nahegelegenen Spielstätten zu nennen. Mächtig stolz war an diesem Abend die Großmutter auf ihre beiden Enkeltöchter. Eine große Familienschar hatte sich ebenfalls in Hochdahl eingefunden. Das Publikum genoss den ersten Programm-Teil, die Partia a-Moll von Johann Sebastian Bach, gespielt von Danae Dörken. Als Kiveli Dörken Ludwig van Beethovens Grande Sonate spielte, hörte man bei der 15-Jährigen schon eine eigene, einfühlsame Interpretation. Das Largo gelang majestätisch schön. Nach der Pause spielte Kiveli noch die Ballade Nr. 1 von Frédéric Chopin, ohne technischen Tadel.

Den Abschluss des Konzerts bildeten die Moments musicaux von Sergei Rachmaninow, gespielt von Danae Dörken. Das war Präsentation kraftvoller Musik vom Feinsten. Beim Presto konnte das Auge den Fingern der Pianistin kaum folgen. Die zwei jungen Ausnahmetalente gaben im Rosenhof alles, das zahlreiche Publikum dankte mit anhaltendem Applaus. Der Wunsch nach einem weiteren Konzert wurde ausgesprochen. Aber der Weg auf der sicher steilen Karriereleiter wird die Terminabsprache immer schwieriger werden lassen. Allein die Großmutter wird es richten können.

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