Roseneck Magazin, Juni 2008

Lokale Geschichten

 

Bei meiner sehr lebhaften Mentalität, hätte ich es nie gedacht, jemals in irgendeine Wohnanlage für Senioren zu gehen! Und doch ist es jetzt dazu gekommen. Ich musste aber erst 88 Jahre alt werden, um doch diesen Entschluss zu fassen. Ich werde auch die Gründe dafür nennen.

 

Nach dem Tod meines letzten Lebenspartners, lebte ich mit meinem Sohn in unserem großen Haus, am Großen Wannsee mit direktem Blick zum See. Meine Wohnung 100 qm2, 2 große Panoramascheiben mit Ausblick zum See, beheizten großen Wintergarten, Terrasse und ca. 1000 qm2 großen, gepflegten Garten.

 

Geschwister hatte ich nicht. Meine Freundschaften waren älter als ich, d.h. dass sie alle verstorben sind, und ich keine Gesprächspartner mehr hatte. Mein Sohn ist oft auf Reisen oder viel unterwegs. Und so war ich sehr viel alleine, was es in meiner vorigen Zeit nie gab.

 

Wir waren selbständig, und ich war bis zu meinem siebzigsten Jahr täglich im Geschäft. Nun gab es das nicht mehr. Auch zu dieser Zeit kam ich immer noch nicht auf die Idee in ein Haus Senioren zu gehen, bis ein Prospekt von der „Residenz Rosenhof“ in Zehlendorf ins Haus kam.

 

Das Angebot hat mir sehr gut gefallen und ich habe einen persönlichen Termin vereinbart zu einer unverbindlichen Besichtigung.

 

Ich war sehr beeindruckt von der Anlage, wie stilvoll und gepflegt das Haus auf mich wirkte. Dann wurden mir verschiedene Appartements vorgestellt. Für mich stand fest, wenn ich hierher gehen sollte, nur Parterre um nicht auf den Fahrstuhl angewiesen zu sein (wegen ev. Stromsperre). Außerdem einen direkten Blick zu einem schönen Vis a Vis, und in den Park zum Pavillon und Teich. Genau so ein Appartement habe ich gesehen und mich sofort entschlossen hier einzuziehen.

 

Ich habe hier viel Geselligkeit und Unterhaltung, werde sehr gut verpflegt und habe das Glück mit einer sehr netten Tischnachbarin und einem sehr aufgeschlossenen Mann, am Tisch zu sitzen.

 

Wir fallen schon auf, weil bei uns auch viel gelacht wird. Von Mitbewohnerinnen werde ich auch mal zu einem Kaffeestündchen eingeladen. Es gab noch einen sehr wichtigen Grund für mich hier einzuziehen und das ist die ärztliche Versorgung. Die Praxis ist im Haus mit täglicher Sprechstunde.

 

Ich habe es selbst erfahren, wie wichtig das ist, denn ich hatte eine Lungenentzündung bekommen, in falscher Kleidung. Der Arzt hat gleich die Pflegestation beauftragt mich Morgens und Abends zu besuchen, um mir die entsprechenden Medikamente zu verabreichen. Das war die Bestätigung für mich, dass dieser Schritt von mir hierher zu gehen, absolut richtig war.

 

Ich habe noch keinen Tag bereut hier zu sein, inzwischen sind es 7 Monate.

 

Ellen Torno

 

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