Schreiben von Petra Walther
an den Rosenhof Kronberg, März 2008
Lieber Rosenhof Kronberg,
vor mir liegt der Vertrag für die Unterbringung meines Vaters im stationären Pflegewohnbereich. Ich denke zurück an die Zeit vor knapp zwei Jahren, als ich meinen Vater – damals 400 km entfernt allein lebend und gesundheitlich stark beeinträchtigt - zu mir nach Eppstein holte. Das Leben in meinem partout nicht altersgerechten Haus mit seinen vielen Treppen, die er nicht allein ewältigen konnte, die Hektik meines Arbeitsalltags, seine erzwungene Unterordnung unter meinen Tagesrhythmus, seine gefühlte Hilflosigkeit und Unselbstständigkeit – für keine der Seiten war das wirklich zufriedenstellend.
Viele Senioreneinrichtungen in meiner Nähe hatte ich mir angeschaut - keine bot das, was ich suchte: eine niveauvolle, würdige Unterbringung, die ein eigenständiges Leben ermöglicht und bei Bedarf Hilfe jeglicher Art garantiert – bis ich auf den Rosenhof stieß. Die erste Skepsis meines Vaters auf das ihm vorgelegte Prospekt, in dem man mit Anzug und Krawatte dinierte ("so ein feiner Pinkel bin ich nicht"), wich schnell der probeweise erlebten Realität: einer äußerst gepflegten Atmosphäre im Speisesaal mit einem liebevoll angerichteten Essen.
Es folgte ein reichliches Jahr, in dem er seinen Alltag zum großen Teil allein bewältigen konnte. An alles war im Rosenhof gedacht: eine erhöhte Toilette, eine bequem begehbare Dusche mit Sitz, das Notrufsystem sowie innerhalb des Hauses Möglichkeiten für alle Einkäufe, der Friseur, die Fußpflege, der Arzt, die Physiotherapie, die Bank und die vielen Beschäftigungen und Veranstaltungen im Haus, von denen mein Vater leider so wenig in Anspruch genommen hat. Und all das in Verbindung mit den liebreizenden Hausdamen, die in ihrer geduldigen, immer freundlichen Art die guten Geister des Hauses darstellen.
Und war gesundheitsbedingt plötzlich Unterstützung erforderlich, stand unverzüglich die ambulante Pflege zur Verfügung. Liebevoll wurde mein Vater rund um die Uhr in seinem Appartement betreut, immer mit aufmunternden Worten seitens engagierter Schwestern und Pfleger mit großem Herz. Selbst als ich angesichts der Verschlechterung des Zustands meines Vaters der Meinung war, die Pflege sei ambulant nicht mehr zu bewerkstelligen, gab die Pflegeleitung noch nicht auf, ergriff Maßnahmen, ihn stärker in das Leben des Rosenhofs einzubeziehen.
Letztlich ist er nun doch endgültig gelandet im stationären Pflegewohnbereich, in dem er schon einmal für knapp 6 Wochen weilte. In dieser Zeit hatten es die geduldigen, rührenden Schwestern, Pfleger und Betreuerinnen in ihrer bewundernswerten Art geschafft, meinen Vater wieder so "aufzupäppeln", dass eine Rückkehr in sein Appartement möglich geworden war. Wenn ich jetzt den Heimvertrag für den stationären Pflegewohnbereich unterschreibe, so kann ich das in der Gewißheit tun, meinen Vater in liebevoller Fürsorge untergebracht zu wissen.
Lieber Rosenhof Kronberg, meine große Anerkennung gilt Ihrer wunderbaren Arbeit, älteren Menschen ein niveau- und würdevolles Leben in Eigenständigkeit und in Abhängigkeit zu ermöglichen – und das zu einem fairen Preis. Bewahren Sie Ihre Philosophie und Ihr berufliches Ethos! Dank für alles!
Petra Walther (Tochter von Rolf Walther)
